Symbolbild. Foto: CC0 Creative Commons
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Die Aufregung im Jahr 1997 war groß, als ein 37-jähriger Mann aus Ghana im Mainzer Hildegardis-Krankenhaus verstarb. Der Grund: Die Ärzte hatten den starken Verdacht, dass es sich bei der Todesursache um das gefährliche Lassa-Fieber handelte. Die Gesundheitsämter waren alarmiert, die Bevölkerung verunsichert. Boost your City erinnert an den Fall, der vor 21 Jahren hohe Wellen geschlagen hatte.

50 Kontaktpersonen gefunden

Wie im Online-Archiv der Rhein-Zeitung zu lesen ist, suchten die Behörden in Rheinland-Pfalz, Hessen und Nordrhein-Westfalen nach Kontaktpersonen des Ghanaers, denn der Mann hatte sich in auch Düsseldorf und Frankfurt aufgehalten, bevor er ins Krankenhaus nach Mainz kam. In Mainz gehörte vor allem das medizinische Personal – Pfleger, Ärzte und Schwestern – zur Risikogruppe. „In Rheinland-Pfalz wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums zunächst 50 Kontaktpersonen unter dem Klinikpersonal gefunden“, berichtete damals die Rhein-Zeitung. Und weiter: „Jeder zehnte bis 20. stecke sich erfahrungsgemäß an.“ Dennoch seien die Überlebenschancen bei rechtzeitiger Entdeckung der Krankheit gut – trotz fehlender Impfstoffe und Medikamente.

Was ist Lassa-Fieber?

Das Lassa-Fieber ist eine ansteckende Krankheit, die im tropischen Afrika vorkommt und in bis zu 20 Prozent der Fälle tödlich endet. Die Übertragung von Mensch zu Mensch ist über den Kontakt verschiedener Körperflüssigkeiten möglich. Besonders hohes Ansteckungsrisiko besteht für das medizinische Personal, das den an Lassa-Fieber erkrankten Patienten behandelt. Die Inkubationszeit beträgt bis zu drei Wochen, die Krankheit selbst dauert circa zwei Wochen an. Symptome sind Fieber, Halsschmerzen und Durchfall. Bei anhaltendem Fieber kommt es in der zweiten Krankheitswoche zu starken Schmerzen und Erbrechen, zudem können Schwellungen im Gesicht auftreten.

Feuerwehr vor Herausforderung

Auch für die Mainzer Berufsfeuerwehr stellte der Tod des Ghanaers eine Herausforderung dar. Denn ihre Aufgabe war es, den Leichnam zur pathologischen Untersuchung zu überführen. Um sich nicht in die Gefahr einer Ansteckung zu bringen, mussten die Feuerwehrleute besonders behutsam vorgehen. Im Online-Archiv der Berufsfeuerwehr Mainz ist zu lesen, dass im Todesfall einer Person, die am Lassa-Fieber erkrankt war, der Umgang mit dem Körper „strikt zu vermeiden“ ist. Weiter heißt es: „Zwei Trupps in Chemikalien-Schutzanzügen wickelten den Leichnam zunächst in mit Formalin getränkte Laken ein. Anschließend wurde die Leiche in einen Zinksarg verbracht, der unmittelbar darauf zugelötet wurde.“

Letztlich gab es in Mainz Entwarnung. Medienberichten zufolge wurde das Lassa-Virus nie eindeutig nachgewiesen. Und der „Tagesspiegel“ meldete, dass die Obduktion eine Vergiftung als Todesursache ergab.