Die Universitätsmedizin Mainz richtet ab 2019 ein Else Kröner-Forschungskolleg ein. Ziel ist es, die wissenschaftliche Ausbildung junger Ärzte im Bereich der Leberkrebsforschung zu fördern. Es gilt, die grundlegenden Vorgänge, die die Entstehung von Leberkrebs begünstigen, besser zu verstehen. Das Kolleg ist unter dem Dach der Mainz Research School of Translational Biomedicine (TransMed) der Universitätsmedizin Mainz angesiedelt. Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung fördert das neue Forschungskolleg für die Dauer von drei Jahren mit insgesamt einer Million Euro.

Manny Reifenshop Ingelheim

Das Else Kröner-Forschungskolleg (EKFK) soll den medizinischen Nachwuchs in die Lage versetzen, den dualen Karriereweg – der sowohl die klinische als auch die forschende Tätigkeit einschließt – erfolgreich zu beschreiten. Die Kollegiaten durchlaufen eine Ausbildung zum „Clinician Scientist“. Dabei wirken sie sowohl in der Klinik bei der Patientenbehandlung als auch bei medizinischen Forschungsprojekten im Labor mit. Auf ihrem Weg zum Facharzt werden die Kollegiaten des EKFK von einem begleitenden Ausbildungs- und Mentoringprogramm profitieren. In den ersten drei Jahren sollen insgesamt zehn Ärzte in das EKFK aufgenommen werden

Der thematische Schwerpunkt des EKFK ist im Bereich der Grundlagenforschung zu Leberkrebs angesiedelt und ergänzt so in idealer Weise die Forschungsaktivitäten innerhalb des Sonderforschungsbereichs 1292 „Gezielte Beeinflussung von konvergierenden Mechanismen ineffizienter Immunität bei Tumorerkrankungen und chronischen Infektionen“. Es handelt sich dabei um eine Krankheit, die oft tödlich verläuft, da sie vielfach erst sehr spät erkannt wird. Über die letzten Jahrzehnte verzeichnen Deutschland und praktisch alle Industrieländer laut der European Association for the Study of the Liver eine stetig ansteigende Erkrankungsrate. Daraus ergibt sich, dass die Behandlung von Lebertumoren zunehmend ins Blickfeld unseres Gesundheitswesens rückt. Das EKFK soll darauf abzielen, durch patientennahe, innovative Forschung neue diagnostische und therapeutische Strategien zu entwickeln. Im Kern wird es unter anderem darum gehen, die Früherkennung und Therapieauswahl durch das Erforschen besserer Marker zu verbessern.

„Mit dem neuen Else Kröner-Forschungskolleg schafft die Universitätsmedizin Mainz eine weitere Möglichkeit, die Ausbildung begabter junger Clinician Scientists gezielt zu fördern. Jungen Ärztinnen und Ärzten bietet sich dort die Chance, bereits während ihrer Facharztausbildung auf hohem Niveau zu forschen“, betont der Wissenschaftliche Vorstand der Universitätsmedizin Mainz Univ.-Prof.- Dr. Ulrich Förstermann. „Durch das EKFK Mainz erhalten die Kollegiaten eine interdisziplinäre und nachhaltige Perspektive in einem wichtigen Forschungsgebiet, das darauf abzielt, die zukünftige Versorgung von Patienten mit Leberkrebs nachhaltig zu verbessern“, unterstreicht Jun. Prof. Dr. Jens Marquardt, Oberarzt in der I. Medizinischen Klinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz und einer von drei Sprechern des neuen Forschungskollegs. Die anderen beiden Sprecher des EKFK sind Univ.-Prof. Dr. Beate Straub vom Institut für Pathologie der Universitätsmedizin Mainz und Univ.-Prof. Dr. Hauke Lang, Direktor der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie.

Für das EKFK Mainz bewerben können sich alle forschungsinteressierten Ärztinnen und Ärzte, die an der Versorgung von Patienten mit Leberkrebs beteiligt sind.

Über die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige medizinische Einrichtung der Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz und ein international anerkannter Wissenschaftsstandort. Sie umfasst mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen, die fächerübergreifend zusammenarbeiten. Hochspezialisierte Patientenversorgung, Forschung und Lehre bilden in der Universitätsmedizin Mainz eine untrennbare Einheit. Rund 3.400 Studierende der Medizin und Zahnmedizin werden in Mainz ausgebildet. Mit rund 7.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist die Universitätsmedizin zudem einer der größten Arbeitgeber der Region und ein wichtiger Wachstums- und Innovationsmotor. Weitere Informationen im Internet unter www.unimedizin-mainz.de