Universitätsmedizin Mainz: Ministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler eröffnet die Veranstaltung in Mainz und unterstreicht damit die Wichtigkeit einer nachhaltigen Nachwuchsförderung. Mit Hilfe eines innovativen Konzeptes, an dem mehrere Akteure aus Pflegeeinrichtungen und Schulen beteiligt sind, wird ein Weg geebnet, junge Leute für Pflegeberufe zu interessieren und damit dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Das Landesprojekt „Nachwuchssicherung in den Pflegeberufen“ des Ministeriums für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie Rheinland-Pfalz verfolgt das Ziel, Schüler/-innen in der Phase der Berufsorientierung nachhaltig für die Pflegeberufe zu sensibilisieren und zu begeistern. Statt auf kurzfristige Maßnahmen zu setzen, um dem Personalmangel zu begegnen, werden gezielt im Rahmen von Netzwerken Kooperationen von Einrichtungen der Pflege, Pflegeschulen und allgemeinbildenden Schulen gebildet, um regional die Nachwuchsgewinnung zu fördern. Der direkte Kontakt von Schülern/-innen zu den Pflegeberufen ermöglicht dadurch eine fundierte Entscheidung für eine Ausbildung in der Branche.

Arbeits- und Sozialministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler freut sich zusammen mit den Partnern des Netzwerks Mainz über den Start des Landesprojekts „Nachwuchssicherung in den Pflegeberufen II“ in Mainz; ( Foto: Markus Schmidt (Universitätsmedizin Mainz)

Auch in Mainz ist ein solches Netzwerk gegründet worden. Im vergangenen Jahr gestartet, wurde in mehreren Netzwerktreffen geplant, diskutiert und ausgearbeitet, immer begleitet durch Berater/-innen der contec GmbH. Umso erfreulicher ist es, dass Sabine Bätzing-Lichtenthäler in ihrer Funktion als Ministerin für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie, die Bemühungen bei der heutigen Auftaktveranstaltung in den Räumlichkeiten der Universitätsmedizin, würdigte.

 

Die Universitätsmedizin Mainz ist einer der größten Arbeitgeber in der Region, die einzige medizinische Einrichtung der Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz und damit ein wichtiger Partner im Netzwerk Mainz.

„Die Bedeutung der Mitarbeiter in der Pflege kann kaum überschätzt werden. Die Universitätsmedizin Mainz ist auf hochqualifizierte Fachkräfte angewiesen. Diesen Bedarf versuchen wir über verschiedene Wege zu decken. Zu diesen zählt insbesondere die Aus- und Weiterbildung. So bilden wir an unseren Schulen für verschiedene Gesundheitsfachberufe jährlich unter anderem Gesundheits- und Krankenpfleger sowie Kinderkrankenpfleger aus – mit Übernahmegarantie nach erfolgreichem Abschluss“, betont der Vorstandsvorsitzende und Medizinische Vorstand der Universitätsmedizin Mainz Univ.-Prof. Dr. Norbert Pfeiffer. „Um junge Menschen in der Phase der Berufsorientierung zu unterstützen und potentielle Nachwuchskräfte für die Pflege zu interessieren, ist das Landesprojekt sicher sehr hilfreich. Von Schüler zu Schüler lässt sich auf Augenhöhe ganz ungezwungen vermitteln, dass unsere Ausbildungen und die Pflegeberufe vielseitig und interessant sind.“

Die Realschule Plus Lerchenberg und das Gymnasium Theresianum ermöglichen der Schülerschaft ihrer Klassenstufen 9 die Teilnahme in Form einer freiwilligen AG bzw. eines Wahlpflichtfaches. Die intensive Begleitung der Schüler/-innen erfolgt in beiden Kursformen durch die Auszubildenden der Schulen für Gesundheits- und Krankenpflege und Gesundheits- und Kinderkrankenpflege der Universitätsmedizin Mainz und der Auszubildenden der Sophie-Scholl-Schule, BBS 2 Mainz. In den einzelnen Einheiten werden ganz verschiedene Themengebiete gemeinsam erkundet. Ein wichtiger Aspekt ist das Erfahren der Lebenswelt alter, pflegebedürftiger oder kranker Menschen. Sinnesübungen und Alterssimulationen können ebenso wie das Erkunden verschiedener Gelände mit dem Rollstuhl oder Rollator intensive Einblicke vermitteln. Die Kommunikation zwischen Auszubildenden und Schülern/-innen bedingt die umfassende Auseinandersetzung mit einzelnen Bestandteilen der theoretischen Einheiten und entspricht dem Ansatz des Peer-to-Peer-Learnings. Damit die Schüler/-innen auch praktische Erfahrungen in der Arbeit mit zu pflegenden Menschen sammeln können, werden sie in verschiedenen Formen an die Praxis herangeführt. Ein weiterer wichtiger Partner ist in diesem Zusammenhang die DRK Seniorenresidenz Carolinenhöhe in Ingelheim.

Herauszustellen ist das große Engagement, das alle Beteiligten in der Planungsphase zeigten, um das Konzept im Rahmen des Landesprojektes mit Leben zu füllen. Im Zuge der Auftaktveranstaltung wird mit der Unterzeichnung einer gemeinsamen Erklärung ein wichtiger Grundstein für die weitere Zusammenarbeit gelegt.

Marion Hahn, Pflegevorstand der Universitätsmedizin Mainz, bekräftigt abschließend: „Mit diesem Projekt beschreiten alle Beteiligte einen sinnvollen und richtigen Weg, von dem alle profitieren. Wir als Universitätsmedizin erhalten die Chance, auf neuen Wegen potentielle Nachwuchskräfte anzusprechen. Unsere Schülerinnen und Schüler erleben zum einen wie es ist, auf der anderen Seite des Lehrpults zu stehen, wodurch sie didaktische Kompetenzen entwickeln. Zum anderen erfahren sie eine Wertschätzung ihres Wissens und Engagements. Schülerinnen und Schüler verschiedener Schularten kommen miteinander in Kontakt, tauschen ihr Wissen und ihre Erfahrungen aus, und sie lernen etwas über gesundheitsrelevante Themen.“