Foto: Meikel Dachs

Das Jahr 2019 begann so, wie das alte zu Ende gegangen war: Mit einem Sieg der Löwen Frankfurt. Der Tabellenzweite der DEL2 bezwang auf eigenem Eis vor 4471 Zuschauern die Dresdner Eislöwen 6:1 (1:0, 2:1, 3:0). Der Sieg war mehr als verdient, hätte sogar noch höher ausfallen können, denn die Hessen waren die deutlich bessere Mannschaft. Am Freitag wartet auf die Frankfurter der nächste sächsische Vertreter. Die Löwen haben die längste Anreise vor sich. Bis in die Lausitz, nach Weißwasser.

Die Löwen konnten in der laufenden Saison erstmals nicht mit vier kompletten Reihen agieren. Zu dem verletzten Brett Breitkreuz, er soll nächste Woche wieder spielen, gesellten sich der in der Partie gegen Heilbronn nach einer unangenehmen Bekanntschaft mit Brock Maschmeyers Ellenbogen verletzt vom Eis gegangene Magnus Eisenmenger (Länge der Pause ungewiss) sowie der Kanadier Matthew Pistilli, zu dessen Verletzung nichts bekannt ist. Mit dabei war aber der US-Amerikaner Daniel Spang, der am Morgen des Spieltages um 6.30 Uhr Vater einer Tochter geworden war.

Foto: Meikel Dachs

Spang war gleich am vermeintlichen Führungstreffer beteiligt. Seinen Schuss fälschte Carter Proft ins Tor ab (6.), doch der Treffer wurde nach Video-Ansicht wegen eines Torraumabseits nicht anerkannt. Doch das konnte die Löwen nicht stoppen. Eine Minute später fuhr Mathieu Tousignant ins gegnerisches Drittel, niemand griff ihn an und so hat der Stürmer einfach abgezogen und den Puck flach am Marco Eisenhut vorbei ins Netz befördert. Eine große Chance vergab Lukas Koziol, der von einem Dresdner die Scheibe „geschenkt“ bekam, statt aber selbst abzuschließen einen Querpass spielte, der nicht ankam (13.). Dann durften die Löwen erstmals mit einem Mann mehr auf dem Eis spielen, das Powerplay war aber zu statisch, um erfolgreich zu sein.

Foto: Meikel Dachs

Die Führung nach dem ersten Spielabschnitt war verdient (13:5 Schüsse), wegen der fehlenden Genauigkeit im Passspiel der Löwen sowie der gut organisierten Dresdner Defensive jedoch nur knapp. Im zweiten Drittel wurde die Überlegenheit der Gastgeber drückend. Es ging praktisch nur in eine Richtung. Die Löwen-Chancen häuften sich. Aber auf der Anzeigetafel leuchtete nach wie vor das 1:0. Und das sogar mit Glück. Der Gäste-Verteidiger Jordan wollte den Puck einfach ins gegnerische Drittel bringen, knallte die Scheibe gegen die seitliche Bande. Der beschäftigungslose Ilja Andryukhov dachte, der Puck geht hinters Tor, lief dorthin, doch der Hartgummi knallte gegen den Pfosten. Ernsthafte Angriffe gab es aber weiterhin nur in eine Richtung. Diesmal sogar mit Erfolg. Nachdem Maximilian Faber einen Dresdner Konter mit gutem Körpereinsatz beendete, verlagern die Löwen das Spiel schnell ins Angriffsdrittel. Dominik Meisinger legte mit Übersicht für Lukas Koziol auf und dieser ließ Marco Eisenhut keine Abwehrchance (33.).

Foto: Meikel Dachs

Nun lief das Spiel richtig gut. Meisinger, kurz vorher als Passgeber gefeiert, glänzte auch als Torschütze. Sein schönes Solo über die linke Seite vollendete er mit einem trockenen Schuss oberhalb der Fanghand des Dresdner Keepers (37.). Als beide Teams in ihren Gedanken schon in den Kabinen waren, fiel 13 Sekunden vor der Sirene nach einem harmlos ausschauenden Rückhandschuss von Dennis Palka völlig unerwartet das 1:3. Bei diesem Treffer sah der bei den wenigen Kontern zuvor gut reagierende Andryukhov nicht gut aus.

Im Schlussdrittel durften die Gäste das erste Mal in Überzahl spielen, aber das Frankfurter Penaltykilling war perfekt. Dresden kam zu keinem einzigen Schuss. Besser spielten ihr Powerplay die Löwen, doch der Torerfolg blieb ihnen auch versagt. In der 50. Minute versiebte eine Riesenchance Antti Kerälä¤, eine Minute später der junge Mike Fischer. Es war nur die Frage der Zeit, bis der nächste Löwen-Treffer fallen würde. Und die fielen nun wie reife Früchte. Mathieu Tousignant fuhr allen davon, legte quer auf Mitchell und der Goldhelm machte das 4:1 (53.). Zwei Minuten später durfte auch „Papa“ Spang jubeln. Sein Schlenzer ins linke Eck fand ins Ziel. Der Torhunger der Löwen war damit aber noch nicht gestillt. Im Powerplay gelang Tousignant gar der letzte Streich zum 6:1-Endstand (57.).

Nachdem Spiel freuten sich Fredi Bobic und Andreas Stracke gemeinsam über den tollen Sieg der Löwen. Foto: Niko Iordanov