Quelle: Löwen Frankfurt

Crimmitschau  – Eishockey und der 2. Weihnachtstag – eine seit vielen Jahren im deutschen Eishockey etablierte Tradition, die zu Weihnachten ebenso dazu gehört, wie der alljährliche Familienbesuch und festliche Menüs. Dass dies jedoch keine automatische Garantie für einen Augenschmaus auf Eis bedeutet, zeigten am diesjährigen Stephanstag die Löwen Frankfurt und Eispiraten Crimmitschau.

In einer über weite Strecken sehr zähen und von den Defensivreihen geprägten Partie beider Teams war ein Dreier für die Löwen Frankfurt nach Treffern von Matt Pistilli und Leon Hüttl schon zum Greifen nahe, am Ende reichte es aufgrund eines extrem späten Ausgleichtreffers jedoch noch zu einem Sieg nach Penaltyschießen. Dank dreier Paraden von Bastian Kucis, der in Abwesenheit von Ilya Andryukhov erneut im Löwen-Gehäuse startete, reichte der Treffer von Eddie Lewandowski für den Zusatzpunkt und den 3:2 (0:0, 1:1, 1:1, 1:0)-Sieg.

Hausmannskost statt Festtagsschmaus

Beide Teams waren sichtlich bemüht das vorangegangene, sieglose Wochenende vergessen zu machen, taten sich jedoch schwer, die eigenen Offensivbemühungen zu strukturieren. So wechselte der Puckbesitz in Folge von Stockfehlern zwar häufig die Seiten, Torchancen hatten jedoch Seltenheitswert.

Rob Flick vergab die einzig wirklich gute Gelegenheit für die Hausherren in der 5. Spielminute, als er gegen den bereits geschlagenen Kucis vor dem leeren Tor mit seiner Rückhand verzog. Insgesamt hatten die Gastgeber nur drei Abschlüsse im ersten Spielabschnitt. Da auch die Südhessen in Person von Antti Kerälä (16.) und Lukas Koziol (19.) es nicht vermochten, die Scheibe ins freie Tor einzuschieben, musste das Zeitgericht mehr als die Hälfte der Spielzeit warten, ehe es erstmalig eine der beiden Nullen auf der Anzeigetafel tilgen konnte.

Pistilli schloss einen Konter gegen den verdutzten Brett Kilar ab, der auf einen Querpass auf den mitgelaufenen Adam Mitchell spekuliert hatte (32.). Doch die Gastgeber antworteten schnell. Vincent Schlenker fälschte einen Schlagschuss des Ex-Eisbären-Spielers Julien Talbot von der blauen Linie unhaltbar zum 1:1 ab (37.).

Last-Minute-Ausgleich für die Eispiraten

Beide Teams waren nun aber in der Partie angekommen und setzten auch vermehrt offensiv Akzente. Die Löwen erarbeiteten sich mit zunehmender Spielzeit Feldvorteile, hatten bei einem Lattentreffer von Talbot (51.) allerdings das Glück des Tüchtigen auf ihrer Seite.

Die Gäste drängten in der zweiten Hälfte des 3. Drittels stark auf die erneute Führung und wurden durch Hüttl (55.) schließlich auch belohnt. Hatte Kilar wenige Augenblicke zuvor noch gegen den aussichtsreich postierten Koziol parieren können, war der Keeper der Westsachsen beim Schuss des frisch gebackenen U20-Weltmeisters der Division I auch aufgrund des gut gesetzten Screens von Lewandowski machtlos.

In der Folge spielten die Löwen sehr sicher. Sie machten vor dem eigenen Tor dicht, störten früh und setzten immer wieder Nadelstiche. Nichts deutete auf ein Comeback der Eispiraten hin. Als Crimmitschau dann noch den Goalie für einen sechsten Feldspieler vom Eis nahm, hätte Frankfurt eigentlich kurzen Prozess machen können. Mehrfach verpassten es die Hessen das leere Tor der Hausherren zu treffen. Die beste Chance hatte Dalton Yorke, der in der Schlussminute nur den Pfosten traf. Und so kam Crimmitschau rund 11 Sekunden vor dem Abpfiff doch noch zum 2:2-Ausgleich. Erneut war es Schlenker, der Kucis keine Abwehrchance ließ (60.).

Kucis ebnet Lewandowski den Weg

Für mehr sollte es bei den Hausherren an diesem Abend aber dennoch nicht reichen, da Kucis im Löwen-Tor in der Verlängerung und dem sich anschließenden Penaltyschießen einmal mehr über sich hinauswuchs.

Der DEL2-Spieler des Monats November versagte Schlenker mit einer Dreifachparade in der Verlängerung (64.) nicht nur seinen Hattrick, sondern entzauberte im Penaltyschießen auch Topscorer Carl Hudson, Ex-DEL-Profi Talbot sowie Ex-Löwe Christoph Kabitzky. So reichte der Treffer Lewandowskis, um den Frankfurtern den Zusatzpunkt zu sichern.