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Die Löwen kämpften im Hessenderby gegen Bad Nauheim, konnten zweimal im Rückstand den Ausgleich erzielen, am Ende hat es nicht gereicht. In der Verlängerung konnte Ilya Andryukhov zweimal die Konter der Gäste parieren, doch der dritte Versuch war nicht mehr zu halten. So stand es am Ende 3:4 (1:2, 1:1, 1:0, 0:1) für Bad Nauheim.

Die Siegesserie der Löwen war somit am 35. Spieltag nach fünf Siegen in Folge unterbrochen. Tim Schüle, Mathieu Tousginant und Max Eisenmenger erzielten die Treffer für die Frankfurter, die in der mit 6.770 Zuschauern ausverkauften Eissporthalle erneut auf einige wichtige Leistungsträger verzichten mussten.

Löwen legen vor

Die Löwen gingen in der 5. Minute in Führung, dass mit der ersten guten Chance. Carter Proft und Max Eisenmenger bekamen den Puck ins gegnerische Drittel, an der blauen Linie nutzte Schüle die Situation zu einem starken Schlagschuss, der für Bick unhaltbar war.

Davor war Mike Fischer in einer guten Position, hatte allerdings zu hoch gezielt, so dass die Löwen eine frühere Führung verpasst haben. Fischer und Mitchel waren ins Team zurückgekehrt, man konnte doch merken, dass die Grippe noch in den Gliedern steckte.

Nach der Führung versuchten die Löwen das Tempo der Partie hoch zu halten und sich immer wieder schnell in die Offensivzone zu spielen. Doch Bad Nauheim machte die Räume geschickt eng. Sobald die Löwen ambitionierte, lange Pässe versuchten oder zu viele Schnörkel in ihr Spiel einbauten, war es meist ein EishockeyCrack, der in Puckbesitz geriet. Als sich diese Fehler gegen Ende des Drittels mehrten, kamen die Gäste zu Toren.

Zum 1:1 kam es im durch ein Fehlpass im Aufbauspiel der Löwen. Dustin Sylvester nutzte das gnadenlos aus und zog ab. Andryukhov stand wie eine Mauer, doch der Puck pfropfte an ihm ab, so dass Andreij Bires die Scheibe nur noch über die Linie schupsen musste. Das 2:1 für die EishockeyCracks besorgte Dennis Reimer mit einem platzierten Handgelenksschuss von halbrechts. Bei dem 3-auf-2- Gegenzug hatten alle in der Hintermannschaft der Löwen mit einem Querpass von Reimer gerechnet, doch Reimer fand die nötige Lücke zum Abschluss.

Kampf und doch Rückstand

Auch Max Faber urteilte: „Wir waren etwas zu nachlässig in der neutralen Zone und auch an der blauen Linie und haben so Bad Nauheim überhaupt erst die Möglichkeit gegeben die Gegenzüge zu starten. Wir müssen diese Fehler abstellen, dann fallen diese Tore auch nicht.“

Fabers Worten ließen die Löwen im zweiten Abschnitt Taten folgen. Die Löwen leisteten sich deutlich weniger Puckverluste und agierten stets überlegt. Einen Rückstand nach 40 Minuten konnten sie dennoch nicht verhindern. Dabei egalisierte Tousignant in der 23. Minute zunächst einmal den 1:2-Rückstand. Einen Schuss von Mitchell konnte Bick im Nauheimer Tor nur nach vorne abprallen lassen, wo Antti Kerälä an die Scheibe kam und diese an den besser postierten Tousignant in den Slot weiterleitete. Der Franko-Kanadier ließ sich nicht zweimal bitten und traf mit seinem schnellen Snap-Shot zum Ausgleich.

Damit war der Weg für die Löwen eigentlich bereitet, die danach die Partie wieder bestimmten. In Unterzahl allerdings mussten sie die abermalige Führung der Nauheimer hinnehmen, die mit einem für die Löwen maximal unglücklichen Treffer zum 3:2 kamen. Radek Krestan setzte aus dem linken Bullykreis zum Schlagschuss an, mit einer Bewegung aus dem Tor verkürzte ihm Andryukhov den Winkel. Allerdings zerbrach Krestans Schläger beim Schussversuch und der Puck trudelte nur langsam in Richtung des Löwen-Tores. Die den Schlagschuss erwartende Löwen-Verteidigung inklusive Goalie erwischte diese Entwicklung sprichwörtlich auf den falschen Fuß und wieder stand Bires genau richtig, um sich die Scheibe zu angeln und ins Tor zu chippen.

Natürlich waren die Löwen im Schlussabschnitt vom Eröffnungsbully an bemüht, den Ausgleich zu erzielen. Gleichzeitig schienen sie in den ersten Minuten aber auch darauf bedacht, keinen Fehler zu begehen um möglicherweise noch einen Gegentreffer hinnehmen zu müssen.

Der Kampfgeist

Immer wieder kombinierten die Löwen ins Drittel der Nauheimer, doch die konnten schnell klären. In der 46. Minute gelang es mit einer Einzelaktion von Mick Köhler die erste richtig gute Gelegenheit des Drittels. Köhler setzte sich in der Zone der Gäste gegen zwei Verteidiger durch und scheiterte nur knapp am Bick. Doch die Löwen blieben bissig und ebnete den Weg zum 3:3.

Gegen Ende des dritten Drittels wurde es noch einmal knapp, die Löwen waren fünf Minuten vor dem Ende noch mal in Unterzahl. Doch ein hervorragendes Penalty-Killing hielt die EishockeyCracks erst 80 Sekunden gänzlich vom Drittel der Löwen fern und erlaubte auch in der restlichen Zeit keine gefährliche Nauheimer Chance mehr.

Die Verlängerung

Entsprechend stand das 3:3 auch noch nach Ende der regulären Spielzeit auf der Anzeigentafel und die Löwen mussten, wie schon am Freitag in die Verlängerung. Allerdings war ihnen das Glück diesmal weniger Freund.

Schon mit dem ersten Angriff der Löwen hätte Mitchell die Partie um ein Haar beendet, doch der Kapitän der Löwen traf nur den Pfosten. Danach passierte bis zur letzten Minute auf beiden Seiten wenig wirklich Gefährliches, dann allerdings konterten die Bad Nauheimer dreimal. Ein 2-gegen-0 und einen Alleingang entschärfte Andryukhov noch mit spektakulären Paraden, doch beim dritten Konter war er machtlos gegen Cody Sylvesters Abschluss (65.).