Symbolbild Pixabay

Der Online Blog Merkurist manipuliert seine Lesersnips und das nicht erst seit Kurzem? Wir haben mit 2 ehemaligen Mitarbeitern und 1 aktuellen des Portals gesprochen und auch interne Testsnips über 5 Monate durchgeführt auf dem Portal, das zu 50% der Verlagsgruppe Rhein-Main (unter anderem: Allgemeine Zeitung) gehört. Merkurist betreibt Redaktionen in Mainz – Wiesbaden und weiteren Städten (auch mit externen Lizenznehmern)

Wie werden eigentlich die Snips berechnet bzw wie erreicht man 100%?

Laut dem Online Portal Merkuirst sind verschiedene Faktoren dafür verantwortlich. Einer der Faktoren ist die Klickzahl auf dem Snip und die Inhalte, die als Informationen darin eingestellt werden von den Lesern. Was ist jedoch, wenn ein Thema der Redaktion, bzw. der Geschäftsführung nicht gefällt? Dann greifen die Redakteure bzw. Verantwortlichen ein; der Snip wird gedrosselt und die Leser können den Themenvorschlag nicht auf 100% bekommen. Die Umrechnungsformel und Klickrate wird von Merkurist umgestellt und der Leser und Themenersteller hinter das Licht geführt.

Bei einem Fall ist der Snip sogar von 76% auf 17% abgerauscht. Diesen Fehler entdeckte ein Unternehmer bei Merkurist, der daraufhin direkt dort anrief. Man entschuldigte sich und gab an: Es war ein Systemfehler

Was war in der Redaktion dann geschehen? Die Geschäftsführerin ging nach diesem Telefonat in die Mainzer Redaktion und verwies nochmals daraufhin, das die Snips Stück für Stück gedrosselt werden sollten und nicht zu stark, da die Leser oder Kunden es sonst mitbekommen würden.

In einem anderen Fall ging es um ein Benefizevent für krebskranke Kinder. Der Snip wurde freigegeben, jedoch so gedrosselt, dass unzählige User trotz Inhalten und Klicks auf den Snip diesen nicht über 10% bekamen. Stellungnahme Merkurist: Keine Reaktion!

Weitere Fälle bekannt….

Welche Snips sind bei Merkurist unerwünscht?

Snips die der Vertrieb des Online Portals nicht gut findet, werden schon bei der Freigabe gedrosselt. Die Vertriebsmitarbeiter kontaktieren dann den jeweiligen Unternehmer und berichten ihm, dass der Snip leider nicht auf 100% kam, er könne jedoch eine kostenpflichtige Werbeanzeige dafür schalten.

Snips, die Mitbewerber in irgendeiner Weise bewerben oder verlinken, werden zum Großteil erst gar nicht zugelassen, bzw. der Ersteller des Snips bekommt ihn freigegeben, aber er wir verborgen, so dass andere User diesen nicht sehen. Wenn ein Snip jedoch zugelassen wird, kann Merkurist die Inhalte steuern und auch verbergen vor anderen Usern. Unser aktueller Test hat ergeben: Im Snip “Taschenlampenkonzert in der Halle45” wurden 5 Inhalte von 2 Usern erstellt, jedoch nur die Inhaltersteller sehen diese. Allen anderen ist der Inhalt nicht ersichtlich, er wird verborgen und somit manipuliert.

Screenshot Ansicht 1 Leser und Ansicht 2 Themenersteller | Dem Leser werden von Merkurist unerwünschte Inhalte verborgen, weitere Fälle bekannt. Dieses kann jeder User aktuell verfolgen, ausser Merkurist reagiert darauf und stellt wieder um. -Link-

 

 

Snip 14:32 Uhr Merkurist ohne Inhalte

Was geschieht wenn Werbebanner nicht ausreichend ausgespielt werden?

Werbekunden buchen lokale Platzierungen mit einem eigens festgelegten Budget (Klickanzahl und Einblendungen). Sollte die Klickzahl bzw. Einblendungsrate nicht ausgeliefert werden können, so greift eine weitere Maßnahme ein. Die Artikel werden versucht bundesweit ausgespielt zu werden mit Facebook Werbung oder manuell mit sogenannten Fake Accounts im Social Media Bereich. Ein Beispiel ist das Profil Jens Voigt bei Facebook. Die Person gibt es im realen Leben nicht, es ist ein Redakteur der Online Plattform, der in verschiedensten Gruppen sich als Leser tarnt und die Artikel dort einspielt.

Nach unseren Informationen und Unterlagen gibt es mindestens 11 dieser Accounts, die auch dazu genutzt werden um Snips zu erstellen und diese als externen Leser Themenvorschlag darzustellen. Es wird dadurch dem Werbekunden, wie auch dem Leser eine noch größere Community dargestellt. Diese Accounts werden auch genutzt um Sonderaktionen oder Gewinnspiele zu bewerben oder künstlich stärker erscheinen zu lassen. Bei Gewinnspielen mit Bilderpostings im Snip, werden von der Redaktion unzählige Bilder in eigener Sache hochgeladen mit erfundenen Namen.

Welche Vorgaben erhält die neutrale Redaktion von der Geschäftsführung?

Wir haben mit 2 ehemaligen Journalisten von Merkurist gesprochen und Details erhalten. Merkurist lebt von Leserzahlen und natürlich auch von den Werbekunden. Sollten die Leserzahlen einmal nicht wie benötigt ausreichen, sollen die Redakteure Themen generieren und wenn es sein muss, auch welche erfinden – koste was es wolle. Schließlich muss die gebuchte Werbung an die Leser ausgeliefert werden, da die Werbekunden Banner mit Abrechnung nach Klicks und Einblendungen buchen.

Was passiert eigentlich mit den Userdaten?

Das Portal setzt da auf eine – nach eigenen Angaben – hausgemachte Software. Userdaten werden gesammelt, um Werbeausspielungen gezielter zu platzieren und den entsprechenden Lesern einzuspielen. Bei einer Vorlesung bei der Hochschule Mainz (Vortrag Manuel Conrad CEO Merkurist) wurde dargestellt, was man alles sammelt und nutzen kann. Man kann genau verfolgen wo der Leser seine Interessen hat, welches Kaufverhalten er besitzt und welche Themen ihn am meisten interessieren. Man sammele Leserverhalten wie auch Standortangaben (GPS) im 7-stelligen Bereich und versuche diese zu nutzen.

Merkurist ist seit 4 Monaten nicht bereit auf die Fragen zu antworten. Es wird versucht, dass Ganze zu ignorieren und auszusitzen.

Ist das Portal nun innovativ und “Deutschlands heißestes Journalismus-Startup….” wie T3N titelte?

Wie gehen Lizenznehmer des Portals damit um, das dieses Snipsystem der kostenlose Themenlieferant für Mitbewerber ist? Wir berichten nach….