Quelle: Jürgen Krohne

Ein Spiel das man nicht so schnell vergessen wird. Acht Tore und gleich mehrere Schlägereien auf dem Eis sorgten beim 6:2 (3:1, 1:1, 2:0), noch vor Silvester, für eine Bomben- Stimmung. Max Faber, Mathieu Tousignant, Carter Proft, Eddie Lewandowski und zwei Mal Adam Mitchell schossen die Tore für die Löwen. Die Löwen stehen somit auf dem 2. Tabellenplatz.

Unangenehme Falken

Im neuen Jahr wäre vielleicht der Vorsatz, in der Anfangsminute ihrer Spiele keine Gegentreffer zu kassieren. Wie auch an diesem letzten Sonntag 2018 war es der Gegner der den ersten Treffer erzielte. Doch die Löwen ließen sich davon nicht beeindrucken und gingen am Ende der Partie mit 3 Punkten vom Eis. Es dauerte gerade mal 34 Sekunden im Spiel gegen die Falken, bis die Gäste den Puck ins Tor brachten. Nach einem recht harmlos wirkenden Schuss von Derek Damon, den Löwen-Keeper Ilya Andryukhov nicht festhalten konnte, war Liga-Topscorer Roope Ranta zur Stelle, um für die frühe Gästeführung zu sorgen.

Die Falken versuchten im Anschluß mit teils überhartem Körpereinsatz, die Löwen von der Aufholjagt abzuhalten. Nach einem Check musste Magnus Eisenmenger 2 Minuten vom Eis. Trotz der harten und teilweise überharten Gangart der Falken blieben die Löwen souverän und behielten die Nerven. Im Gegenteil, die Löwen konterten zunächst mit zwei Treffern in den daraus resultierenden Überzahlspielen.

Die Antwort 

Erst war es Faber, der davon profitierte, dass die Falken selbst in Unterzahl noch die Zweikämpfe an der Bande suchten. Lewandowski und Mitchell behaupteten den Puck an der rechten Außenbande, so dass Faber auf der linken Seite nach einem langen Querpass des Löwen-Kapitäns ohne Gegnerdruck seine Direktabnahme ins Ziel bringen konnte (7. Spielminute).

Den Führungstreffer für Frankfurt erzielte dann Tousignant ebenfalls bei numerischer Überlegenheit. Dan Spang war von rechts kommend vors Tor gezogen. Zwei Schüsse des Löwen-Verteidigers konnte Falken-Goalie Mirko Pantkowski noch parieren, ehe die Scheibe zu Tousignant gelangte, der komplett freistehend einschob (16.).

Dass sie auch bei gleicher Spielerzahl torgefährlich sind, bewiesen die Hausherren kurz vor Drittelende, als Proft nach Zuspiel von Max Eisenmenger mit einem Handgelenkschuss ins kurze Eck traf, nachdem Lewandowski dem Falken Goalie erfolgreich die Sicht nahm (19.).

Es fallen die Tore

Im Mittelabschnitt erwischten die Löwen den besseren Start. Nach einem Schuss Kevin Maginots servierte Pantkowski den Puck mit einer Schonerabwehr direkt auf die Kelle von Lewandowski, der sich die Gelegenheit aus spitzem Winkel ins offene Tor zu treffen nicht nehmen ließ (26.).

Die Gäste aus Heilbronn gaben trotz des Drei-Tore-Rückstandes nicht auf, sondern suchten ihr Heil in der Flucht nach vorne. Dies brachte auch Konterchancen für die Löwen, die jedoch mehrfach scheiterten. Und so konnten plötzlich die Falken wieder jubeln. Dank der guten Vorarbeit Damons, der zunächst die Scheibe von Lukas Koziols Schläger stibitze und anschliessend Löwen-Torhüter Andryukhov weit aus dem Tor lockte, durfte Teamkollege Ranta sein Torkonto nach kurzem Zuspiel und freier Schussbahn weiter in die Höhe schrauben (34.).

Der Treffer beflügelte die Falken weiter. Mit aller Macht drängten sie die Löwen nun in die Defensive und es folgte Angriff auf Angriff aufs Frankfurter Tor, wo sich Andryukhov jedoch als unüberwindbarer Gegner zeigte. Für die Löwen ergaben sich durch den Offensivdrang der Gäste einige Kontergelegenheiten. Die größte vereitelte Pantkowski, als Tim Schüle kurz vor Drittelende nach einem langen Pass alleine aufs Falkentor stürmte (38.).

Es fliegen die Fäuste

Im letzten Drittel wollten die Löwen ihren Torhunger zeigen. Es waren drei Minuten gespielt, als Löwen-Kapitän Mitchell Tousignant sich in Szene setzte. Pantkowskis verhinderte den direkten Torerfolg unserer Nummer 7, doch Mitchell verwertet den Nachschuss bei angezeigter Strafe (44.).

Die Falken erwiesen sich angesichts des Spielstandes und ihrer kräfteraubenden Spielweise des Anfangsabschnittes nun zunehmend als flügellahm, während die Löwen ihre gesamte Kadertiefe nutzten, um Spiel und Gegner souverän zu kontrollieren.

Für das letzte spielerische Highlight des Jahres sorgte der Löwen-Kapitän persönlich, als er mit dem Rücken zum Tor stehend zunächst noch per Rückhand an Pantkowski scheiterte, dann aber seinen eigenen Nachschuss zum 6:2 Endstand in Überzahl verwertete (58.).

In der Schlussphase ist dann auch bei den Löwen der Geduldsfaden gerissen und sie hatten genug von der übertriebenen Härte der Falken. Erst platzte Leon Hüttl und Maginot der Kragen, als sie sich mit Richie Gelke und Brad Ross duellierten. Wenig später entlud Carter Proft all seinen aufgestauten Frust an Markus Eberhardt.